SEO-Agentur oder GEO-Agentur wer passt zu dir?

SEO optimiert Google-Rankings, GEO optimiert KI-Antworten und deren Quellen. Die Überschneidung schrumpft: Anfang 2026 standen nur noch 38% der in AI Overviews zitierten Seiten in Googles Top 10 (Ahrefs). Wer nur eines bearbeitet, verliert die andere Hälfte.

Stand: · Felix Ament, Gründer, getSichtbar GmbH

SEO und GEO wurden lange als dieselbe Arbeit mit neuem Namen verkauft. Die Daten sprechen dagegen. Laut Ahrefs (Januar 2026) standen nur noch 38% der in Google AI Overviews zitierten Seiten gleichzeitig in den klassischen Top 10 — ein Jahr zuvor waren es 76%. Google AI Mode weist sogar nur rund 12% Überschneidung mit den organischen Top-10 auf.

Auch die Auslöser unterscheiden sich. Nach dem Wechsel auf Gemini 3 im Januar 2026 wechselten laut derselben Auswertung 42% der in AI Overviews zitierten Domains, und die Zahl der Citations pro Antwort stieg von 11,5 auf über 15. Ein Modellwechsel kann eine Zitierposition auslöschen, ohne dass sich am Google-Ranking etwas ändert.

Wichtig ist dabei die saubere Trennung: Eine schwache Google-Position ist ein Ranking-Problem und wird mit Ranking-Faktoren gelöst. Eine fehlende KI-Nennung ist ein Beleg-Problem. Wer beides vermischt, behandelt das eine mit den Mitteln des anderen — und wundert sich, dass nichts passiert.

Gemeinsam ist beiden Disziplinen die technische Grundlage. Eine Seite, die nicht gecrawlt werden kann, langsam lädt oder ihre Inhalte erst per JavaScript nachlädt, fällt in beiden Kanälen aus. Deshalb ist saubere SEO-Technik keine Alternative zu GEO, sondern dessen Voraussetzung — und in fast jedem Projekt der erste Arbeitsschritt.

Der Unterschied liegt danach in der Belegschicht. Für Google zählt vor allem, was auf der eigenen Domain steht und wer darauf verlinkt. Für KI-Antworten kommt hinzu, wie eine Marke auf unabhängigen Quellen beschrieben wird — Fachmedien, Verzeichnisse, Foren, Bewertungsportale. Diese Arbeit außerhalb der eigenen Website ist der Teil, den klassische SEO-Mandate meist nicht enthalten.

Auch die Berichterstattung muss sich ändern. Ein Ranking-Report beantwortet die Frage nach KI-Sichtbarkeit nicht, und eine Citation-Statistik erklärt keine Ranking-Position. Wir führen beide Zahlen deshalb getrennt und benennen je Veränderung, welcher Kanal sie erklärt. Wer beides in einer Kennzahl zusammenfasst, verliert genau die Information, wegen der man misst.

In der Praxis ist die Entscheidung deshalb selten ein Entweder-oder. Die technische Basis und die inhaltliche Arbeit an den wichtigsten Seiten zahlen auf beide Kanäle ein; getrennt sind vor allem die Messung und der Aufbau externer Quellen. Wer heute neu anfängt, beginnt mit der Basis, misst danach beide Kanäle getrennt und entscheidet erst dann, wo zusätzliches Budget den größeren Unterschied macht.

76% → 38%
Overlap AIO-Citations mit Google Top 10
Quelle: Ahrefs AIO Study, Jan 2026
42%
Domain-Wechsel nach Gemini-3-Umstellung
Quelle: Ahrefs AIO Study, Jan 2026
~12%
Overlap Google AI Mode mit Top 10
Quelle: Google AI Mode, 2026
11,5 → 15+
Citations je AI Overview
Quelle: Ahrefs AIO Study, Jan 2026

Wo liegen die Unterschiede im Detail?

Klassische SEO-AgenturGEO-Agentur
Optimiert fürGoogle-Rankings: Positionen, Klicks, Snippets.KI-Antworten: Nennungen in ChatGPT, Perplexity, Claude, Google AI.
Wichtigster HebelOnsite: Technik, Inhalte, interne Links, Backlinks.Belege: eigene Seiten plus Drittquellen, die KI zitiert.
MessungRankings und organischer Traffic. Etabliert und stabil.Nennungen je KI-System, Zitierquellen, KI-Referral-Traffic. Jünger, schwankt stärker.
Reifegrad25 Jahre Best Practices. Vieles ist ausgeforscht.Junge Disziplin. Wer hier Garantien verspricht, rät.
Wo es sich trifftGute SEO-Basis ist Voraussetzung für GEO: crawlbar, schnell, strukturiert.GEO baut darauf auf — ersetzt SEO aber nicht.

Wann reicht reines SEO?

  • Deine Käufer kommen fast ausschließlich über die klassische Google-Suche, und das lässt sich in deinen Daten belegen.
  • Dein Markt nutzt KI-Assistenten für Kaufentscheidungen noch kaum — messbar daran, dass in deiner Kategorie kaum jemand belastbar genannt wird.
  • Die SEO-Basis ist so schwach, dass sie zuerst stehen muss: Ohne Crawlbarkeit, Struktur und Ladezeit wirkt keine GEO-Maßnahme.
  • Es gibt kurzfristigen Umsatzdruck. Klassisches SEO liefert auf bestehenden Seiten oft schneller messbare Ergebnisse.

Wann gehört GEO dazu?

  • Käufer in deiner Kategorie fragen KI nach Empfehlungen, bevor sie überhaupt eine Website öffnen.
  • Wettbewerber tauchen in KI-Antworten auf und du nicht — der teuerste Zustand, weil die Auswahl ohne dich stattfindet.
  • Du verkaufst erklärungsbedürftige Leistungen, die aktiv verglichen werden. Genau dort greifen KI-Systeme am stärksten in die Vorauswahl ein.
  • Deine Google-Rankings sind stabil, aber Anfragen und Traffic sinken trotzdem — ein typisches Muster, wenn Antworten vor dem Klick entstehen.

Was kann klassisches SEO besser?

SEO hat 25 Jahre Messbarkeit, stabile Rankings und ausgereifte Werkzeuge. Eine Position lässt sich täglich prüfen, Ursachen sind erforscht, und ein Ranking bleibt über Wochen vergleichbar. GEO hat das nicht: KI-Antworten schwanken je Anfrage und Modellversion, und niemand kann eine Nennung garantieren — wir auch nicht. Wer dir bei GEO feste Platzierungen verspricht, verkauft dir SEO-Sprache für ein System, das anders funktioniert. Auch das Verhältnis von Aufwand und Sicherheit unterscheidet sich: In SEO ist meist klar, was eine Maßnahme bewirken sollte, in GEO arbeiten wir mit Wahrscheinlichkeiten und mehreren Messpunkten. Deshalb machen wir beides — SEO als Fundament, GEO als Ausbau — und trennen in jedem Bericht sauber, welcher Kanal welche Zahl erklärt.

Die ehrlichste Prüffrage an jede SEO-Agentur, die jetzt GEO anbietet: Misst ihr Nennungen getrennt je KI-System und kennt ihr die Quellen, die in meiner Kategorie zitiert werden? Wenn ja, bleib dort. Wenn GEO nur ein zusätzlicher Punkt im Angebot ist, ist es Sprache, kein Verfahren.

Felix Ament, Gründer, getSichtbar GmbH

Was wird uns dazu am häufigsten gefragt?

Ersetzt GEO das SEO?

Nein. Google bleibt der größte Kanal, und die SEO-Basis (crawlbar, schnell, strukturiert) ist zugleich die technische Voraussetzung für KI-Sichtbarkeit. GEO kommt dazu, nicht stattdessen.

Kann meine bestehende SEO-Agentur nicht einfach GEO mitmachen?

Vielleicht. Die ehrliche Prüffrage: Misst sie Nennungen je KI-System, kennt sie die zitierten Quellen deiner Kategorie und baut sie Drittquellen auf? Wenn ja, bleib dort. Wenn GEO nur ein neues Wort im Angebot ist, nicht.

Macht ihr auch klassisches SEO?

Ja. Suchvolumen-basierte Leistungsseiten, Technik, Content und Messung über die Search Console — SEO und GEO laufen bei uns in einem System, weil sich ein großer Teil der Arbeit überschneidet.

Warum ist der Overlap zwischen beiden gesunken?

Weil AI Overviews seit dem Gemini-3-Wechsel im Januar 2026 anders auswählen. Laut Ahrefs fiel die Überschneidung mit Googles Top 10 von 76% auf 38%, und 42% der zitierten Domains wechselten. Die Auswahl folgt zunehmend eigenen Kriterien statt der Rankingliste.

Woher weiß ich, ob mein Markt schon KI nutzt?

Das lässt sich messen, statt zu schätzen: Wir stellen die echten Kauf-Fragen deiner Kategorie in mehreren Systemen und sehen, wer genannt wird. Als grobe Einordnung liegt der KI-Anteil laut HubSpot (2025) bei SaaS und Tech bei 52%, im Handwerk bei 29%.

Was passiert mit unseren bestehenden SEO-Investitionen?

Sie bleiben nützlich. Crawlbarkeit, Seitenstruktur und Ladezeit sind für beide Kanäle Voraussetzung. Was hinzukommt, sind belegte Inhalte und Quellen außerhalb der eigenen Domain — der Teil, den klassisches SEO nicht abdeckt.

Wie oft ändern sich die Regeln in der KI-Suche?

Häufiger als im klassischen SEO. Der Wechsel auf Gemini 3 im Januar 2026 tauschte laut Ahrefs 42% der in AI Overviews zitierten Domains aus. Deshalb sind einmalige Optimierungen wenig wert und laufende Messung über mehrere Systeme Pflicht — sonst merkt man einen Einbruch erst Monate später.

Was löst keine der beiden Disziplinen?

Ein Angebot, das im Vergleich nicht überzeugt. Sichtbarkeit bringt dich in die Auswahl, den Zuschlag bekommst du über Leistung, Preis und Vertrieb. Wer das verwechselt, misst am Ende Rankings statt Umsatz und wundert sich über die Lücke dazwischen.

Unsicher? Frag uns auch wenn die Antwort lautet: brauchst du nicht.

15 Minuten, ehrliche Einschätzung, keine Verkaufsfolien.