GEO selbst machen oder Agentur beauftragen?
GEO ist kein Geheimwissen — die Methoden sind öffentlich, und einen Teil kannst du heute selbst umsetzen. Die Agentur lohnt sich dort, wo Menge, Messung und Quellenarbeit deine Zeit übersteigen. Hier ist die ehrliche Trennlinie.
Stand: · Felix Ament, Gründer, getSichtbar GmbH
Ein großer Teil der GEO-Grundlagen ist öffentlich dokumentiert und kostet nichts außer Disziplin. Retrieval-Bots in der robots.txt erlauben, wichtige Seiten ohne JavaScript ausliefern, Organization-Schema mit zwei bis drei offiziellen Profilen hinterlegen, die eigene Marke monatlich in mehreren KI-Systemen abfragen: Das ist Fleißarbeit, kein Spezialwissen.
Auch inhaltlich sind die Hebel bekannt und selbst umsetzbar. Rund 60% der Zwischenüberschriften als echte Nutzerfrage zu formulieren hebt die Zitierrate laut Search Engine Land (2026) von etwa 30% auf 41%. Und laut einer Auswertung von 1,2 Millionen ChatGPT-Antworten (Kevin Indig, 2026) stammen 44,2% der Citations aus dem ersten Drittel einer Seite — das Wichtigste nach oben zu ziehen kostet eine Stunde pro Seite.
Teuer wird erst, was Menge, Messinfrastruktur oder fremde Redaktionen braucht: Nennungen systematisch je System erheben, Zitierquellen einer ganzen Kategorie analysieren, Platzierungen auf Drittseiten verhandeln. Wer die Trennlinie kennt, kauft nur den Teil ein, den er wirklich nicht selbst stemmen kann.
Realistisch ist der Eigenanteil eine feste Wochenroutine, keine einmalige Aktion. Zwei bis vier Stunden pro Woche für Inhalte, einmal im Monat die Messung, einmal im Quartal ein Blick auf Struktur und interne Verlinkung. Der häufigste Grund, warum Eigenleistung scheitert, ist nicht fehlendes Wissen, sondern dass diese Zeit im Tagesgeschäft als Erstes gestrichen wird.
Es gibt außerdem einen Bereich, in dem Eigenleistung sogar überlegen ist: Fachwissen aus dem eigenen Betrieb. Ein Techniker, der erklärt, warum ein Verfahren an einer bestimmten Toleranz scheitert, produziert in einer Stunde mehr zitierfähige Substanz als jede externe Redaktion in einer Woche. Die sinnvolle Arbeitsteilung ist deshalb meist: Wissen von euch, Struktur, Messung und Quellenarbeit von außen.
Ein letzter Hinweis zur Reihenfolge: Fang mit der Technik an, nicht mit Texten. Wenn KI-Crawler ausgesperrt sind oder die wichtigsten Inhalte erst per JavaScript nachgeladen werden, ist jede inhaltliche Arbeit daran verloren. Diese Prüfung kostet nichts außer einer Stunde Zeit und entscheidet darüber, ob alles Weitere überhaupt gelesen wird.
Danach gilt eine einfache Priorisierung: erst die Seiten, die Umsatz tragen, dann die, die Fragen davor beantworten. Und lieber drei Seiten vollständig als zehn halb. Laut Dejan.ai (2024) erfassen KI-Systeme kürzere, fokussierte Seiten deutlich vollständiger als lange Sammelartikel — Vollständigkeit pro Thema schlägt Umfang pro Seite.
- 30% → 41%
- Zitierrate durch Frage-Überschriften
- Quelle: Search Engine Land, 2026
- 44,2%
- der ChatGPT-Citations aus dem ersten Seitendrittel
- Quelle: Kevin Indig, 1,2 Mio. Antworten, 2026
- 1.200–1.800
- Wörter als Zielkorridor je Seite
- Quelle: Dejan.ai Content Coverage, 2024
- 0 €
- für die technische Basis-Prüfung
- Quelle: robots.txt, Rendering, Schema — Eigenleistung
Wo liegen die Unterschiede im Detail?
| Selbst machen | Mit Agentur | |
|---|---|---|
| Sofort selbst machbar | KI-Crawler in robots.txt erlauben, Über-uns-Seite vervollständigen, Antwort-zuerst schreiben, eigene Marke monatlich in KI-Systemen prüfen. | Machen wir mit — ist aber keine Raketenwissenschaft. |
| Mit Aufwand selbst machbar | Themen-Cluster planen und schreiben, Schema-Markup pflegen, FAQ aus echten Kundenfragen bauen. | Wir bringen System und Routine mit — der Unterschied ist Geschwindigkeit, nicht Magie. |
| Realistisch Agenturarbeit | Nennungen systematisch je KI-System messen, Zitierquellen der Kategorie analysieren, Presse- und Quellenaufbau betreiben. | Dafür braucht es Messinfrastruktur und Kontakte, die sich für ein einzelnes Unternehmen selten lohnen. |
| Kosten | Deine Zeit. Realistisch mehrere Stunden pro Woche, dauerhaft. | Retainer. Dafür Zeit zurück und Messung inklusive. |
Wann solltest du es selbst machen?
- Du oder jemand im Team kann schreiben und bekommt dafür verbindlich Zeit — realistisch zwei bis vier Stunden pro Woche.
- Dein Markt ist überschaubar, und wenige Quellen prägen die Antworten. Dann ist der Aufholweg kurz.
- Das Budget ist schlicht nicht da. Gut selbst gemacht schlägt einen Retainer, der nach drei Monaten gekündigt wird.
- Das entscheidende Fachwissen sitzt ohnehin bei euch — und lässt sich von außen nur mühsam rekonstruieren.
Wann lohnt sich eine Agentur?
- Inhalte, Pressearbeit und Messung bleiben neben dem Tagesgeschäft regelmäßig liegen — der häufigste Grund, warum Eigenleistung scheitert.
- Du stehst in einem umkämpften Markt gegen Wettbewerber, die aktiv an ihrer Sichtbarkeit arbeiten.
- Du willst wissen, ob die Arbeit wirkt, nicht nur, dass sie passiert. Das braucht laufende Messung über mehrere Systeme.
- Der Seitenbestand ist groß genug, dass Handarbeit nicht mehr trägt — bei Katalogen und Portalen ist diese Grenze schnell erreicht.
Was musst du wirklich nicht kaufen?
Die Grundlagen stehen kostenlos im Netz — auch bei uns im Glossar und im GEO-Guide. Crawler-Zugang in der robots.txt, serverseitiges Rendering der wichtigen Seiten, Organization-Schema mit zwei bis drei offiziellen Profilen, Antwort-zuerst-Texte mit Frage-Überschriften: Das kann jedes Team mit etwas Disziplin selbst, und es ist der Teil mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Wenn dir eine Agentur diese Basics als Spezialwissen verkauft, geh. Bezahl nur für das, was du nachweislich nicht selbst stemmen kannst: die Menge bei großen Seitenbeständen, die laufende Messung über mehrere Systeme und den Aufbau von Quellen außerhalb deiner eigenen Domain.
Welche Leistungen passen dazu?
Wenn eine Agentur dir robots.txt und ein bisschen Schema als Spezialwissen verkauft, geh wieder. Das steht frei im Netz, auch bei uns im Glossar. Bezahlen solltest du für drei Dinge: Menge, Messung und Quellen außerhalb deiner eigenen Website. Alles andere kann ein diszipliniertes Team selbst.
Felix Ament, Gründer, getSichtbar GmbH
Was wird uns dazu am häufigsten gefragt?
Wo fange ich an, wenn ich es selbst mache?
Prüfe zuerst, ob KI-Crawler deine Website lesen dürfen (robots.txt) und ob deine wichtigsten Seiten ohne JavaScript lesbar sind. Dann stelle deine Marke monatlich als Kauf-Frage in ChatGPT, Perplexity und Google und notiere, wer genannt wird. Das ist die Basis-Messung — kostenlos.
Gebt ihr euer Wissen raus?
Ja. Glossar und GEO-Guide auf dieser Website sind frei. Wir verdienen an Umsetzung und Messung, nicht an Geheimwissen.
Gibt es etwas zwischen selbst machen und Retainer?
Ja: eine einmalige Prüfung mit Umsetzungsplan. Danach setzt dein Team selbst um und weiß, dass die Reihenfolge stimmt. Viele Kunden starten so und entscheiden erst danach über laufende Zusammenarbeit.
Wie lang sollten unsere Seiten sein?
Als Korridor 1.200 bis 1.800 Wörter. Laut Dejan.ai (2024) erfassen KI-Systeme bei unter 1.000 Wörtern rund 61% einer Seite, bei über 3.000 Wörtern nur noch etwa 13%. Drei fokussierte Seiten schlagen deshalb einen Monster-Artikel.
Bringt eine llms.txt etwas?
Als reine Hygiene ja, als Wachstumshebel nein. Eine Auswertung über 300.000 Domains (SE Ranking) fand keinen messbaren Effekt auf Citations. Wer llms.txt als zentrale Maßnahme verkauft bekommt, sollte nachfragen, was sonst noch im Angebot steht.
Wie messen wir selbst, ob sich etwas bewegt?
Stelle monatlich dieselben zehn Kauf-Fragen in ChatGPT, Perplexity, Claude und Google und notiere, wer genannt wird. Ergänzend zeigt die Bing Webmaster AI-Performance-Auswertung deinen Citation-Anteil, und in GA4 lassen sich Zugriffe von chatgpt.com, perplexity.ai und claude.ai als eigene Quelle auswerten.
Welche Fehler machen Teams am häufigsten selbst?
Drei: Sie schreiben lange Monster-Artikel statt fokussierter Seiten, sie verstecken die wichtigsten Aussagen im letzten Drittel, und sie messen einmalig statt laufend. Alle drei sind ohne zusätzliches Budget behebbar — es sind Struktur- und Routinefragen, keine Werkzeugfragen.
Was schafft man realistisch nicht selbst?
Systematische Messung über mehrere KI-Systeme, die Analyse der Zitierquellen einer ganzen Kategorie und Platzierungen auf fremden Redaktionsseiten. Das erste kostet Infrastruktur, das zweite Zeit, das dritte Kontakte. Alles davor ist Fleißarbeit, die ein diszipliniertes Team selbst erledigen kann.
Unsicher? Frag uns — auch wenn die Antwort lautet: brauchst du nicht.
15 Minuten, ehrliche Einschätzung, keine Verkaufsfolien.