Wie werden Praxen von KI empfohlen?

Patienten fragen KI nach Behandlungen, Abläufen und Praxen in ihrer Nähe. Empfohlen wird, wer fachlich belegbar und konsistent auffindbar ist. Wir arbeiten mit dem, was erlaubt ist: Qualifikationen, Leistungsspektrum, echte Antworten — kein Heilversprechen, keine gekauften Reviews.

Stand: · Felix Ament, Gründer, getSichtbar GmbH

Gesundheit ist eine der KI-affinsten Kategorien. Laut HubSpot State of AI (2025) laufen 41% der Recherchen in diesem Bereich über KI-Assistenten — nur SaaS und Tech liegen höher. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Sichtbarkeits-Score für Ärzte und Praxen mit 22 von 100 niedrig: viel Nachfrage, wenig belegbares Angebot.

Der Grund ist meist nicht fehlender Wille, sondern Vorsicht. Heilmittelwerbegesetz und Berufsordnung setzen enge Grenzen, und im Zweifel entsteht dann eine Leistungsliste ohne Inhalt. Dabei ist sachliche Information ausdrücklich erlaubt: Leistungsspektrum, Qualifikationen, Ablauf, Dauer, Kosten. Verboten sind Heilversprechen und irreführende Vergleiche.

Für KI-Systeme ist genau diese sachliche Ebene das zitierfähige Material. Wer Ablauf und Kosten einer Behandlung transparent beschreibt, beantwortet die Frage, die Patienten tatsächlich stellen — und wird als Quelle brauchbar. Eine Seite, die nur „modernste Verfahren“ behauptet, liefert nichts, worauf eine Antwort aufbauen könnte.

Praktisch heißt das: eine Seite je Behandlung statt einer Sammelseite. Darauf gehören Ablauf in Schritten, realistische Dauer, Kostenrahmen samt Erstattungslage, mögliche Risiken und die Frage, wann eine Behandlung nicht sinnvoll ist. Diese letzte Angabe wirkt auf den ersten Blick geschäftsschädigend und ist in der Praxis eines der stärksten Vertrauenssignale.

Der zweite Block ist Konsistenz über Portale. Terminportale, Bewertungsplattformen, Google-Profil und die eigene Website müssen dieselben Schwerpunkte, Sprechzeiten und Leistungen nennen. Abweichungen entstehen fast immer unbeabsichtigt, etwa nach einer Praxisübernahme oder der Aufnahme einer neuen Behandlung — und bleiben oft jahrelang stehen.

Gemessen wird am Ende nicht Sichtbarkeit, sondern der Termin. Deshalb gehört der Weg von der Behandlungsseite zur Terminbuchung zur selben Arbeit: erreichbar ohne Suchen, ohne Formularhürden, auf dem Smartphone in wenigen Schritten. Ohne diesen Pfad erzeugt mehr Sichtbarkeit nur mehr Telefonanrufe zu ungünstigen Zeiten.

Ein Wort zur Autorenschaft: Inhalte im Gesundheitsbereich sollten erkennbar von Behandlerinnen und Behandlern verantwortet sein, mit Name, Qualifikation und Funktion. Das ist berufsrechtlich sauber und zugleich der stärkste Vertrauensfaktor gegenüber Patienten wie gegenüber KI-Systemen, die Aussagen einer benannten Fachperson deutlich anders gewichten als anonyme Texte.

41%
KI-Anteil bei Gesundheitsrecherche
Quelle: HubSpot State of AI, 2025
22 / 100
Branchendurchschnitt Ärzte & Praxen
Quelle: getSichtbar Branchen-Benchmark, 2026
+3%
durch reine Textpolitur ohne Substanz
Quelle: Princeton GEO Study, KDD 2024
40–60
Wörter je zitierfähiger Antwort
Quelle: Ahrefs AIO Study, Jan 2026

Welche Fragen beantwortet KI hier heute schon?

Welche Praxis in meiner Stadt ist auf X spezialisiert?

Was passiert bei Behandlung Y und was kostet sie?

Wann muss ich damit zum Arzt?

Woran scheitert Sichtbarkeit in dieser Branche?

Behandlungsseiten, die nichts erklären.

Eine Leistungsliste ohne Antworten. Patienten fragen nach Ablauf, Dauer, Kosten und Risiken — wer das nicht beantwortet, wird nicht zitiert und in der Sprechstunde dreimal dasselbe gefragt.

Rechtlich heikles Terrain.

Heilmittelwerberecht und Berufsordnung setzen Grenzen. Viele Agenturen kennen sie nicht — und produzieren Texte, die im besten Fall beanstandet werden und im schlechtesten abgemahnt.

Konsistenz über Portale.

Jameda, Doctolib, Google, eigene Website: abweichende Angaben zu Leistungen, Sprechzeiten und Schwerpunkten machen die Praxis für KI zum unsicheren Kandidaten.

Wie gehen wir konkret vor?

Schritt 1

Patientenfragen erheben

Echte Fragen aus Suchdaten und KI-Systemen, je Behandlung — nicht aus dem Bauch.

Schritt 2

Behandlungsseiten bauen

Ablauf, Dauer, Kosten transparent und sachlich, im Rahmen des Werberechts.

Schritt 3

Profile angleichen

Konsistente Angaben über Portale, Google-Profil und Website.

Schritt 4

Messen

Nennungen bei lokalen Behandlungsfragen, getrennt je Leistung — und Terminanfragen als eigentliche Zielgröße.

Wann sind wir nicht die Richtigen?

  • Praxen, die Bewertungen kaufen oder Heilversprechen formulieren wollen — machen wir nicht.
  • Kliniken mit eigener Marketingabteilung und laufender Agentur — da beraten wir höchstens punktuell.
  • Behandler ohne Zeit für fachliche Freigaben: Ohne Prüfung geht bei uns kein medizinischer Text live.

Was bekommst du konkret?

Alles Folgende bleibt im Rahmen dessen, was Heilmittelwerbegesetz und Berufsordnung zulassen. Die fachliche Freigabe liegt bei euch, die Struktur- und Textarbeit bei uns.

  • Patientenfragen je Behandlung, erhoben aus Suchdaten und KI-Antworten statt aus dem Bauch.
  • Behandlungsseiten mit Ablauf, Dauer, Kostenrahmen und Risiken — sachlich formuliert, ohne Heilversprechen.
  • Abgleich der Angaben über Portale, Google-Profil und Website, inklusive Sprechzeiten und Schwerpunkten.
  • Antwortvorlagen für Bewertungen, auch für kritische — ohne gekaufte Gegenbewertungen.
  • Messung von Nennungen bei lokalen Behandlungsfragen und von Terminanfragen als eigentlicher Zielgröße.
In Gesundheitsthemen ist Zurückhaltung kein Nachteil, sondern der Vorteil. Sachliche Aufklärung über Ablauf, Dauer und Kosten ist erlaubt, und sie ist genau das, was zitiert wird. Marketing-Superlative sind in dieser Branche nicht nur riskant, sie funktionieren auch schlechter.

Felix Ament, Gründer, getSichtbar GmbH

Was wird uns dazu am häufigsten gefragt?

Dürfen Praxen überhaupt so werben?

Sachliche Information ist erlaubt und erwünscht: Leistungsspektrum, Qualifikationen, Abläufe, Kostenrahmen und Risiken. Verboten sind Heilversprechen, irreführende Vergleiche und Erfolgsgarantien. Genau in diesem Rahmen arbeiten wir — im Zweifel konservativer als nötig, weil eine beanstandete Seite mehr kostet als eine vorsichtig formulierte je einbringt.

Bringt das mehr Patienten oder nur Sichtbarkeit?

Sichtbarkeit ist Mittel, nicht Ziel. Gemessen wird an Terminanfragen — deshalb gehören Terminbuchung und Conversion-Pfad zur Arbeit dazu und nicht in ein Folgeprojekt. Konkret heißt das: erreichbare Buchung von jeder Behandlungsseite aus, ohne Umweg über die Startseite, und ein Formular, das auf dem Smartphone in unter einer Minute ausgefüllt ist.

Schreibt ihr die medizinischen Inhalte selbst?

Wir entwerfen, die fachliche Freigabe bleibt bei der Praxis. Kein medizinischer Text geht ohne Prüfung durch Behandler live — das ist keine Formalie, sondern Voraussetzung für die Zusammenarbeit.

Wie geht ihr mit negativen Bewertungen um?

Mit Antworten, nicht mit Löschversuchen. Eine sachliche, freundliche Reaktion auf Kritik ist öffentlich sichtbar und wird von KI-Systemen mitgelesen. Gekaufte Gegenbewertungen lehnen wir ab.

Wie lang sollen Behandlungsseiten sein?

In der Regel 1.200 bis 1.800 Wörter. Kürzere Seiten bieten zu wenig Substanz, deutlich längere werden von KI-Systemen nur noch teilweise ausgewertet — laut Dejan.ai (2024) sinkt die erfasste Abdeckung bei über 3.000 Wörtern auf rund 13%.

Lohnt sich das für eine kleine Praxis?

Häufig ja, weil der lokale Wettbewerb um KI-Sichtbarkeit noch gering ist. Vorher prüfen wir aber, ob überhaupt Kapazität für zusätzliche Patienten besteht — ohne die ist mehr Sichtbarkeit kein Gewinn.

Wie messt ihr den Erfolg?

An Terminanfragen, nicht an Sichtbarkeitspunkten. Begleitend halten wir monatlich fest, bei welchen Behandlungsfragen die Praxis in KI-Antworten genannt wird und welche Quellen dort zitiert werden. Beides zusammen zeigt, ob die Arbeit ankommt oder nur sichtbar ist.

Was löst das nicht?

Alles außerhalb eurer Website: Bewertungen entstehen bei Patienten, Einträge auf Portalen folgen deren Regeln, und fachliche Reputation wächst langsamer als jede Seite. Wir bereiten diese Bereiche vor und benennen offene Lücken, aber sie sind ein eigener, langsamerer Hebel.

Prüfen wir deine Kategorie.

Im Erstgespräch schauen wir live, wer in deiner Branche von KI genannt wird — und ob sich Arbeit lohnt.